Die Geschichte von Elend im Harz

Die Geschichte von Elend im Harz

Der Name des Ortes hat seinen Ursprung in dem althochdeutschen Wort "elilenti", was sich erklärt wie: "anderes, fremdes Land". Durch Vokalangleichung wurde daraus über das mittelhochdeutsche "Ellende".
Noch zu Goethes Zeiten bezeichnete man damit das "fremde Land".

Im 15. Jahrhundert führte durch das heutige Elendstal die sogenannte Elendsstraße von Blankenburg nach Herzberg. Diese war eine der verkehrsreichsten, aber auch gefährlichsten Straßen des Harzes.
verständlicherweise passierten die Fuhrleute nicht gern nachts den "wildesten Teil" der Elendsstraße. Daher errichteten sie zwischen Barenberg und Helenruh eine Herberge auf der Elendsburg.

Nach Verfall der Elendsburg errichtete man dort 1506 eine Sägemühle, in deren Nähe man eine Eisenverhüttung "Mangelholz" (heute Mandelholz) errichtete und den Betrieb aufnahm.

Diese Entwicklung führte zur Gründeung des Dorfes, so dass wir als Geburtsjahr des Ortes Elend das Jahr 1782 angeben können.

Der Hüttenbetrieb wurde im Jahr 1869 stillgelegt.

Mit dem Niedergang dieses Betriebes herrschte große Not in Elend, für die Bewohner blieb als einzige Erwerbsquelle die Forst- und Viehwirtschaft übrig.

Bereits 1781 hielt sich Goethe hier mehrmals auf, um geologische Studien zu betreiben. Seine Harzreisen bewirkten den ersten bescheidenen Tourismus in unserem Ort und in der Umgebung. Durch die dichterische Ausgestaltung seiner Studien, welche er bei seinen Wanderungen durchs Elendstal, die "Gegend von Elenden und Schurken" für sein Werk "Faust" (Walpurgisnacht) gesammelt hatte, setzte der Besucherstrom im ausgehenden 18. Jahrhundert verstärkt ein.

1890 zählte Elend 97 Einwohner und es waren zu dieser Zeit ca. 50 Sommergäste anwesend. Damals wurde schon erkannt, dass das Klima äußerst günstig ist.